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Fiat Group Automobiles Press Switzerland - Geschichte
   
   
     
 
Geschichte
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Die Anfänge
Am 11. Juli 1899 entsteht in Turin der erste Verwaltungsrat der "Fabbrica Italiana Automobili Torino" (F.I.A.T.) mit Ludovico Scarfiotti als Präsident, Emanuele Cacherano di Bricherasio als Vizepräsident und dem "Cavaliere" Giovanni Agnelli als Sekretär.
Das erste wichtige Datum der Geschichte des Hauses Fiat in der Schweiz lässt jedoch noch einige Jahre auf sich warten, bis Felice Nazzaro 1907 in Dieppe am Steuer eines 130 PS starken Rennwagens der Marke Fiat den zweiten Grossen Preis des A.C.F. (Automobilclub Frankreich), das seinerzeit wichtigste Rennen, gewinnt!
Dieser Triumph rückt das Turiner Haus in ganz Europa schlagartig ins Rampenlicht, so auch in der Schweiz, wo er zwei parallele Initiativen ins Leben ruft, die darauf abzielen, die Fiat-Modelle auf die Schweizer Strassen zu bringen.
Jean Morel, der Fahrradspezialist von Lugano, Begründer des ersten Taxidienstes des Tessiner Kur- und Ferienortes und erster kantonaler Verkehrsexperte, eröffnet eine Garage zum Verkauf von Fiat-Modellen, während Alphonse Carfagni eine analoge Initiative in Genf lanciert.
Trotz der Konkurrenz der einheimischen Marken (Martini, Saurer, SAG, Turicum) verzeichnen die italienischen Modelle unter den zwei passionierten Importeuren einen beachtlichen Erfolg, sind doch 1913 bereits 75 Fahrzeuge der Marke Fiat in der Schweiz zugelassen!
Das Automobil: eine Revolution der Mentalitäten

Im Jahre 1914 beläuft sich der gesamte Wagenbestand der Schweiz auf 5000 Fahrzeuge, wovon 5% (rund 250 Wagen!) Modelle von Fiat sind. Das Auto ist ein echtes Luxusobjekt, und die jährlichen Verkaufszahlen belaufen sich jeweils auf einige Dutzend.
Auf dem Lande symbolisiert das Automobil die Arroganz der städtischen Bourgeoisie und der reichen ausländischen Touristen. Die Schweizer Bauern sind im feindlich gesinnt: Das Auto wirbelt Staubwolken auf, erschreckt das Vieh und verursacht Unfälle. So werden die Automobilisten in dieser "Pionierzeit" mit zahlreichen Wegezöllen zur Kasse gebeten. Sie müssen Schimpftiraden über sich ergehen lassen und werden manchmal sogar tätlich angegriffen. Selbst die Polizei reitet in gewissem Masse auf dieser ersten Welle der Autofeindlichkeit mit: Zu dieser Zeit stecken die Polizisten in der Schweiz einen Teil der verteilten Bussen selbst ein, so dass das Automobil für sie eine willkommene neue Einnahmequelle bedeutet.
Im Jahre 1911 erreicht der ACS schliesslich, dass dieses Recht gestrichen wird und der für den Polizisten bestimmte Teil der Bussgelder der Pensionskasse des Personals zufliesst.








Fiat 31/2HP 1899

Superfiat (1921-1922)

Während des ersten Weltkrieges gehen die Verkaufszahlen global zurück, um danach in einem übermütigen, lebenshungrigen Europa bisher unübertroffene Spitzenwerte zu erreichen: 1919 verkauft Fiat in der Schweiz 139 Fahrzeuge, 1920 gar über 400! Unser Land, das von den Ereignissen des Krieges nur am Rande gestreift worden ist, hat sich als einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt etabliert. Als weltweite Drehscheibe, die von den reichsten Leuten der Welt besucht wird, ist es das ideale Schaufenster für einen Automobilhersteller, der Europa erobern will.

Die SACAF: eine dynamische Gesellschaft

Auf Anregung von Giovanni Agnelli gründet Fiat 1921 in der Schweiz die "Société Anonyme pour le Commerce des Automobiles Fiat" (SACAF) mit Sitz bei der Genfer "Garage Moderne" an der Rue Plantamour. Das Amt des Direktors wird an Georges Martinet übertragen, das des Verwaltungsratspräsidenten an den bisherigen privaten Importeur Alphonse Carfagni. Obwohl der Kundendienst zu dieser Zeit für die Hersteller im allgemeinen im Hintergrund steht, baut die SACAF ein Vertriebs-, Verkaufs- und Dienstleistungsnetz auf, das in Europa seinesgleichen sucht.
Unter der Bezeichnung "Agenzia generale Fiat per la Svizzera italiana" wird Jean Morel in Lugano zum ersten offiziellen Fiat-Vertreter.
Die 1926 erfolgende Lancierung der Modelle 503 und 512, die in der Schweiz den Ruf gebirgstüchtiger, nicht überhitzender Fahrzeuge geniessen, gibt der Marke Fiat in unserem Land weiteren Auftrieb. Gleichzeitig nehmen eine Reihe von Garagisten an den in der Schweiz zu dieser Zeit sehr beliebten Bergrennen teil, um die Aufmerksamkeit des Publikums mit ihren Siegen noch stärker auf die italienische Marke zu lenken. In diesem Jahr verkauft Fiat in der Schweiz fast 2000 Wagen!

Der Geniestreich von Roberto Magugliani und der Aufstieg von Luigi Berruti
Im Jahre 1929 tritt der für seine avantgardistischen Ideen bekannte Roberto Magugliani die Nachfolge von Alphonse Carfagni an der Spitze der SACAF an und lanciert eine gewagte, für die Epoche geradezu revolutionäre kaufmännische Strategie: Die Vertreter werden mit Wagen beliefert, die sie erst zum Zeitpunkt des Verkaufs bezahlen müssen.
Auf diese Weise erhalten die rund zwanzig über das Land verteilten Fiat-Vertretungen Wagen auf Kredit, so dass sich die potentiellen Kunden nicht mehr auf Prospekte verlassen müssen, sondern das Wunschauto gleich selbst betrachten und ausprobieren können.
Gleichzeitig werden dadurch auch die Lieferfristen praktisch abgeschafft. Fazit: Die Verkaufszahlen der SACAF steigen in einem Jahr um 50%!
Roberto Magugliani übernimmt 1930 andere Aufgaben und tritt seinen Platz an Luigi Berruti ab, der die SACAF bis 1960 leiten und sich als eigentlicher Bauherr der "modernen" Fiat Suisse durchsetzen wird.
Im Jahre 1931 eröffnet die SACAF eine Filiale in Zürich (FAHAG) und weiht ihr Gebäude an der Rue de Lyon in Genf ein, das bis heute den Sitz der Fiat Auto (Suisse) S.A. beherbergt. Die dynamische Organisation des Netzes sowie die Lancierung besonders attraktiver neuer Modelle (Balilla, 1500 und Topolino) erlauben es Fiat in den 30er Jahren, zur ersten Marke der Schweiz zu avancieren.

Fiat Topolino

L'après-guerre

Die Nachkriegsjahre und die Gründung der Fiat Auto (Suisse) S.A.

Die düstere Epoche des zweiten Weltkrieges von 1939-1945 verlangsamt den Aufschwung der SACAF merklich. Nach dem Krieg ist die Nachfrage nach Autos jedoch sehr gross, und die Gesellschaft vertreibt den unter Fiat-Lizenz hergestellten Simca 8.



Im Jahre 1946 ruft die SACAF die "Société de Financement pour les Ventes" (SAVA S.A.), die spätere Fiat Finance S.A., ins Leben und vergrössert seine Räumlichkeiten an der Rue de Lyon. Das erste Fiat-Modell der Nachkriegsjahre ist die kleine Sportlimousine 1100 S aus dem Jahre 1947.
Die Absätze in der Schweiz steigen regelmässig an, ein Trend, der sich auch in den 50er Jahren halten kann. Zu dieser Zeit entstehen die Modelle Nuova 1100 103 TV (1953), 1400 A (1954), 103 TV Trasformabile (1955), 1900 B berlina Gran Luce (1955), 600 Berlina (1955), 600 Multipla (1956) sowie Nuova 500 (1957).
Im Jahre 1958 wird die SACAF durch eine neue Gesellschaft namens Fiat (Suisse) S.A. abgelöst.

Im Verlaufe der 60er Jahre entwickelt sich die Fiat (Suisse) S.A. stetig weiter und vergrössert ihre Installationen. Die Modelle dieser Epoche sind die Limousine Fiat 1500, das Cabriolet 1600 S, der 1100 Export, das Coupé 2300 S, die Limousine, das Coupé und der Spider 850, der 124 und der 125, der erste Spider 124 Sport und, sozusagen als Krönung, das Coupé und der Spider Dino.

Der Zusammenschluss mit Lancia und Alfa Romeo
Der 1970 erfolgende Zusammenschluss zwischen der Marke Lancia und dem Fiat-Konzern rundet die Angebotspalette für die Schweizer Kundschaft auf ideale Weise ab.
Im Jahre 1971, 50 Jahre nach der Gründung der SACAF, gehört die Turiner Marke mit 211'688 verkauften Wagen in einem halben Jahrhundert der Geschäftstätigkeit fest ins Schweizer Strassenbild.
Die Änderung der Firmenbezeichnung des Schweizer Importeurs zu "Fiat Auto (Suisse) S.A." erfolgt 1979.

In den 80er Jahren entwickelt sich der Fiat-Konzern mit seinen rund 270'000 Mitarbeitern in zahlreichen Tätigkeitssektoren zu einer echten weltweiten Wirtschaftskraft. Das Jahrzehnt wird von den Modellen Ritmo, Panda, Uno, Croma, Thema und Lancia Y10 geprägt.
Ein weiterer Wendepunkt ist der Einzug der Informatik: Seit 1989 ist das gesamte Schweizer Netz der Direkt- und Lokalvertretungen von Fiat und Lancia direkt mit dem zentralen Ersatzteillager, dem Vertriebszentrum und der Genfer Generaldirektion verbunden.

Lancia Stratos

108, rue de Lyon - Genève

Alfa 155

Fiat punto

Im Jahre 1992 tritt Alfa Romeo dem Fiat-Konzern bei, und Fiat Auto (Suisse) S.A. in Genf übernimmt auch den Vertrieb der Areser Modelle auf dem Schweizer Markt.
Dieses Datum deckt sich mit dem Beginn der schwierigen Jahre für den europäischen Automobilmarkt. Der Konzern unternimmt grosse Anstrengungen im Bereich der Produktion und der Reorganisation der verschiedenen Baureihen und bringt innerhalb von 8 Jahren zahlreiche Modelle auf den Markt, so den Tempra, den Cinquecento, den Punto, den Fiat Bravo und den Fiat Brava, den Ulysse, das Coupé Fiat, den barchetta, den Marea, den Palio und den Multipla, den Lancia Dedra, den Lancia k, den Lancia Z, den Lancia Y, den neuen Delta und die Alfa-Modelle 155, 145, 146, 156 und 166 sowie GTV und Spider.
Diese Politik kommt sowohl beim Publikum als auch bei der Fachpresse sehr gut an, und in den letzten paar Jahren sind gleich drei Modelle des Konzerns (Fiat Punto, Fiat Bravo/Fiat Brava und der Alfa 156) mit dem Titel "Auto des Jahres" ausgezeichnet worden.
Auch heute noch, nach beinahe 80 Jahren der Präsenz in unserem Lande, kann sich der Schweizer Importeur jederzeit auf die Solidität des Konzerns sowie seine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit und Innovationsfreudigkeit verlassen.

Lancia Dialogos

 

 

 

Im Jahr 2000 beobachtet man eine Stagnation der Verkäufe und die italienischen Marken behaupten, trotz Schwierigkeiten bei strategischen  Produkt Entscheidungen, ihre Markanteile in der Schweiz. Die Todesfälle von Avv. Gianni Agnelli und seines Bruders Dott. Umberto Agnelli markieren das Ende einer Epoche für die Fiat Gruppe und der Anfang einer Krise, die aber schnell zu einem bemerkenswerten Comeback führen wird.

 

Mit der Ankunft eines neuen Verwaltungsdelegierten am  ersten Juni 2004, Dott. Sergio Marchionne, erlebt die Fiat Gruppe eine wichtige Änderung, was das Management und die Philosophie der Firma betrifft. Das globale Partnerabkommen mit GM ist erfolgreich gekündigt worden und die industrielle Strategie nimmt eine andere Richtung. Anstelle eines globalen Abkommens mit nur einem einzigen wichtigen Autohersteller schliesst die Fiat Gruppe eine ganze Serie von gezielten industriellen Abkommen. 

 

In der Schweiz ist die wichtigste Veränderung zweifellos der Umzug von Fiat Auto (Suisse) SA von Genf nach Schlieren (ZH). Mit dem Ziel, alle Tätigkeiten von Fiat Auto (Suisse) SA unter einem Dach zu vereinen und dem wirtschaftlichen Zentrum der Schweiz näher zu sein, hat der damalige General Direktor Herr Christopher Nicoll am 1. Juli 2005 entschieden, alle Tätigkeiten von Fiat Finance SA, der technischen Schule von Reiden und die Büros des Importeurs in ein modernes Gebäude in das industrielle Zentrum von Schlieren zu transferieren. Zur gleichen Zeit hat auch die Reorganisation der 2 Filialen Fiat Center Genf und Fiat Center Zürich Form angenommen. Die positiven Auswirkungen dieser Veränderungen treffen mit den Lancierungen von neuen fundamentalen Modellen wie dem Alfa 159, dem Alfa Brera und dem Alfa Spider zusammen. Bei der Marke Fiat spielt der Fiat Panda, genauso wie die Kommerzialisierung des Fiat Grande Punto und des Fiat Croma ein grosse Rolle. Auf der Seite von Lancia hat die Ankunft des neuen Lancia Ypsilon, sowie des kompakten Minivans Lancia Musa für einen frischen Wind gesorgt. Fiat Nutzfahrzeuge hat in der Schweiz weiter viel Erfolg gehabt und dank dem neuen Fiat Ducato und dem Fiat Scudo seine Ambition gezeigt, die Eroberung von Markanteilen in der Schweiz und in der Welt fortzusetzen.

 

Am  1. Februar 2007  ist Fiat Auto SpA in Fiat Group Automobiles SpA umbenannt  worden . Gleichzeitig sind vier neue Unternehmen als hundertprozentige Tochtergesellschaften der Fiat Group Automobiles SpA gegründet worden  : Fiat Automobiles SpA, Alfa Romeo Automobiles SpA, Lancia Automobiles SpA und Fiat Light Commercial Vehicles SpA. Die ehemaligen Leiter der vier Marken sind zu Vorstandsvorsitzenden der jeweiligen Unternehmen ernannt  worden . Diese Veränderungen entsprechen der neuen Unternehmenskultur des Fiat-Konzerns und spiegeln insbesondere zwei strategische Geschäftsführungs-Grundsätze wieder. Einerseits besteht der Konzern als Ganzes, andererseits ist das Unternehmen durch den spezifischen Charakter der jeweiligen Geschäftsbereiche und der individuellen Marken gekennzeichnet.

 

Am 2. Juli 2007 ändert Fiat Auto (Suisse) SA den Namen und wird in „Fiat Group Automobiles Switzerland SA“ umbenannt. Der neue Name kennzeichnet nach Aussen eindeutig die Zugehörigkeit der Importeursfunktion für die Marken und die Zugehörigkeit zu Fiat Group Automobiles SpA in Turin.

Gleichzeitig mit der Namensänderung führt Fiat Group Automobiles Switzerland SA eine neue visuelle Identität ein.

Fiat Grande Punto

 
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